U24j – 13 Meilen und einen Hafen weiter

Ich glaube, ich werde es nicht mehr versuchen, von Hooksiel in einem Törn bis nach Spiekeroog zu kommen. Nicht weil es nicht ginge, sondern weil immer irgendwas ist, wenn wir das machen wollen.

Heute war es immer noch recht kräftiger und vor allem böiger Westwind. Um 9 Uhr trafen wir in der Schleuse noch eine Yacht, die das gleiche wie wir vor hatte. Der Unterschied: Die haben zwar 20cm mehr TG als wir, aber dafür ein funktionierendes Echolot.
Draußen auf der Jade war es relativ ruppig, aber das kennen wir schlimmer. Schon im Vorhafen zogen wir das erste Reff ins Groß und gingen dann raus. Beim Muschelfeld rollten wir noch die Fock raus und machten gegen das auflaufende Wasser noch über 5 Knoten! Wieder mal war das eigentlich zu schnell, denn zu früh brauchten wir nicht vor Minsener Oog sein. Irgendwann wurde es auch böiger (locker 6 Bft), wir rollten die Fock ein. Nur mit Groß im ersten Reff machten wir immer noch gute Fahrt. Die anderen waren uns schon voraus… wozu eigentlich? Wir kamen an Schillig vorbei und nun bremste kein Land mehr den Wind. Das Wasser wurde extrem hackig und ungemütlich, wir näherten uns dem Punkt, wo wir nach Westen abbiegen sollten. Angela und ich tauschten uns aus: Gegen diesen Hack und Wind über den Prickenweg? Stundenlang? Das war wesentlich mehr als ein halben Meter Welle und dann ohne Echolot? Pöh, was sollen wir denn in Holland. Wir fuhren eine Wende und die Tide nahm uns gleich mit. Leider konnten wir nur mit dem Groß nicht die gewünschte Höhe laufen. Egal, wir hatten Zeit: Horumersiel war nun anvisiert, auch da brauchen wir nicht zu früh sein. Also fuhren wir noch eine Halse, damit wir näher unter Land kamen und dort wurde das Wasser auch gleich ruhiger. Nun wieder eine Wende und wir waren auf bestem Kurs zu dem kurzen Prickenweg nach Wangersiel (wie der Ort wohl eigentlich heisst). Es war so ruhig, dass wir uns gleich gegenseitig sagten: „Aber lass und das nicht so machen wie damals auf dem Greifswalder Bodden!“. Nein, dafür war es Tidetechnisch eh zu spät.
Das Wetter wurde immer milder und unter Sonnenschein liefen wir in Horumersiel ein. Dieses mal gingen wir rüber zu den Steuerbord-Stegen, mal wo anders liegen 😉 Der Hafenmeister kam gleich zur Box und nahm unsere Leinen an. Dann erklärte er uns nett die Gegebenheiten. Wir machten Klarschiff, gönnten uns ein Anlegebier (es war ja inzwischen halb drei!) und ich vermied die Überlegungen, was wäre, wenn…. nee: Hauptsache Urlaub, Hauptsache an Bord!
Am Abend aßen wir das erste Bolo-Glas (mit Nudeln 😉 )

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