Ich erzählte euch vor kurzem, wie ich den alten Yamaha-Aussenborder wieder in Gang kriegte: Klick. In der Zwischenzeit ist auch der Torqeedo 400S hier angekommen. Mein Plan ist immer noch, diesen für unsere Langfahrt an Gudrun zu verwenden. Mich überzeugen einfach die drei Vorteile eines solchen Antriebes. Und die wären:
- Ein E-Motor ist viel Wartungsärmer als ein Verbrenner
- keine Lagerung und kein Hantieren mit Benzin
- Leichter (weil man Akku und Schaft trennen kann)
Letzteres ist schon mal gut, weil Angela den auch heben etc. kann. Punkt 2 beinhaltet noch einen wesentlichen Vorteil: Wenn unterwegs das Benzin ausgeht, dann wächst das nicht nach. Strom schon! Zumindest, wenn man etwas Zeit und Geduld hat. Immerhin haben wir einige Solarpanel an Bord und wenns drauf ankommt auch noch eine Dieselmaschine… natürlich holt man sich mit den Vorteilen auch Nachteile. Der wesentlichste dürfte sein, dass E-Motoren mit Akku in dieser Größenordnung nicht soviel Schub haben wie ein Verbrenner und nicht so viel Reichweite. Immerhin haben sich die Torqeedo-Ingeneure dazu hilfreiche Modi einfallen lassen (Fixed time und Max Range, siehe Manual Seite 19 (und eigentlich wären das coole Bootsnamen, oder?)). Wie gut diese Modi und der Motor generell für uns funktioniert, werden wir noch sehen.
Ein weiterer „Nachteil“ innerhalb der Torqeedo-Familie: Die größeren/ neueren Modelle haben die Option, über das 12V-Bordnetz geladen zu werden. Mein Modell nicht. Mein erster Gedanke war, das mit einem „Solargenerator“ zu lösen. So einen habe ich sogar an Bord. Aber wäre es nicht eleganter, das nicht über den 230V-Umweg zu machen? Klar!
Aus einem anderen Projekt habe ich hier noch nen StepUp-Wandler liegen. Der macht aus einer beliebigen Eingangs-Spannung eine einstellbare Ausgangsspannung. Letztere muss nur mindestens 2 Volt höher sein (diese hier ist es). Ein Blick aufs Torqeedo-Netzteil – Output: 20 Volt bei 2 Ampere. Mein Wandler schafft bis 35V bei 4 Ampere. Passt! Und dazu noch sehr praktisch: Die Torqeedo-Leute haben sich verkniffen, irgendeinen einmalig geformten exotischen Ladestecker zu konstruieren sondern verwenden einfach einen Hohlstecker 5,5×2,1mm. So muss das sein! jetzt brauche ich nur noch ein Zigarettenanzünder- und den Hohlsstecker. Hab ich doch alles in der Kramkiste.
Dann kramte ich kurz meine sehr spärlichen Elektrokenntnisse raus: Weniger Volt heisst mehr Strom bei gleicher Leistung, das ist nicht gut für den Widerstand. Also trennte ich das Kabel nahe am 12V-Stecker, denn auf der anderen Seite des Wandlers fliessen dann ja 20V, also weniger Strom bei gleicher Watt-Zahl. Ach ja, die Wunsch-Spannung muss ich ja erstmal einstellen! Zunächst schloß ich das originale Netzteil an und machte eine Messung: Exakt 20,2 V. Nun lötete ich den 12V-Stecker an die Wandler-Platine und war danach etwas stolz auf mich. Ich kann zwar Tonnen von Stahl bewegen und Dinge mit Elektrode schweissen, die andere nicht mit Schutzgas hinbekommen, aber beim Löten tue ich mich schwer. Jedoch: Nützt ja nüschts! Ich liess den Lötkolben warm laufen, bereitete sorgfältig alles vor und hoffte, dass das schon halten wird, was ich gleich produziere. Endlich setzte ich den Kolben an, fügte Lötzinn hinzu, und… uuiiii!

Ich war selbst ganz erstaunt, aber das Lötzinn floß endlich mal einfach so und dahin, wie ich es mir vorher dachte. Und um es vorweg zu nehmen: An allen vier Kontakten!
Aber erstmal ja nur die beiden vom 12V-Stecker. den steckte ich dann in ein Powerpack und stellte am Wandler die Ausgangsspannung ein. Dazu gibt es eine kleine Schraube auf der Platine. Erstaunlicherweise musste ich die Schraube eindrehen, damit die Spannung steigt… egal. Als das Multimeter die vorher gemessenen 20,2 V anzeigte, stoppte ich und fixierte die kleine Schraube mit einem Tropfen Kleber. Ich glaub, das ist gut so. Jetzt konnte ich noch die anderen beiden Kontakte anlöten. Dabei achtete ich penibel auf die korrekte Verdrahtung von Plus- und Minuspol. Zweimal kontrollierte ich am Originalmessgerät, damit es nun genau so wird. Test am Akku: funktioniert!
Nun braucht die Platine noch ein Gehäuse. Früher hätte man sich irgend eine kleine Dose gesucht, wo mal Schrauben drin waren oder Heftzwecken… heute konstruiert und druckt man selbst 🙂 Hier ist die Konstruktion im Slicer:
Aus Bequemlichkeit habe ich einfach eine Hälfte konstruiert und die zweimal ausgedruckt. Ich hatte drüber nachgedacht, das richtig schön „zusammenklickbar“ zu machen, aber: Klebeband tuts auch. Und so sieht dann das fertige Produkt aus:
Fertig ist mein 12V-Ladestecker für den Torqeedo 400S!
Der Weg dahin war allerdings länger als erwartet. Das erzähle ich euch aber in meinem anderen Blog…