Mein lieber Schwan

Am letzten Freitag haben wir die Swantje von Rainer übernommen. Er war so nett, uns daheim abzuholen. So mussten wir nicht mit dem „notwendigsten“ Gepäck mit Bus und Bahn fahren. Alles lief wie am Schnürchen.

Was wir nicht planen konnten: Das Wetter, bzw. den Wind. Und der war schon beachtlich an diesem Wochenende. Ein Sturmtief hatte sich festgesetzt und sorgte für Böen bis 9 Bft an der Küste:

Wind of Change in Bremerhaven

Natürlich hatten wir uns das vorher wunderschön ausgemalt: Wir würden Freitag Abend im Fischereihafen Kreise drehen und die Segel kennenlernen, dann Samstag in Bremerhaven ablegen, die Weser raus und erstmal, „zur Probe“, einmal um Roter Sand segeln. Und dann vielleicht weiter nach Helgoland? Oder Norderney? Oder… alle Träumereien und Planungen sein lassen und am Steg liegen bleiben, weil der böige Wind keine andere vernünftige Entscheidung zulässt. Also haben wir uns ein entspanntes Wochenende gemacht, hockten Abends in der gemütlichen Kuchenbude (das „Zirkuszelt“) und wir gingen früh schlafen.
Sonntag sollte der Wind nachlassen. Das war auch so. Wir legten gegen 10:00 Uhr beim WVW ab und fuhren zur Doppelschleuse. Um elf schleusten wir (Merksatz für diese Schleuse „wie in der Kneipe: Halb rein, voll raus“) mit einer weiteren Segelyacht raus und waren bald auf der Weser. Hier war die Action! Aber wir kennen die Gegend ja, vertrauten dem Boot und wussten: Gleich um die Ecke wird es etwas ruhiger.
Der Strom zog uns sofort mit und aus 4 wurden 6,4 Knoten über Grund. Hinter Blexen rollten wir dann noch das Vorsegel raus. Mit dem Groß wollte ich mich erst vertraut machen, wenn weniger Wind da ist. Aber auch so konnten wir die Drehzahl erheblich reduzieren, wir machten gute Fahrt. Für die ca. 18sm bis zum SWE brauchten wir keine drei Stunden. Bei der Schleuse angerufen bekamen wir als Antwort: „Wer bei so feinem Wetter unterwegs ist, dem öffnen wir gern das Schleusentor!“.
Das ging wie gewohnt, auch wenn die Einfahrt zur Schleuse immer wesentlich schmaler aussieht als ihre angegebenen 5,5m. Danach suchten und fanden wir einen feinen Liegeplatz, ich legte (in aller Bescheidenheit) astrein an, so dass Angela vorn einfach übersteigen konnte. Das ist beim SWE wichtig, denn nach wie vor gibt es dort keine Klampen, über die man eine Leine werfen könnte.

Die erste Reise hatten wir hinter uns, nun ist es wirklich unser Boot.

Grauer Himmel über schöner Yacht

Rainer hat unsere Abreise auch ganz zufällig fotografisch festgehalten:

2 Gedanken zu „Mein lieber Schwan“

  1. Hallo Holger und Angela,

    ich bin mir sicher, mit euch hat Swantje dies richtigen neuen Kapitäne gefunden.
    Für’s Wetter kann man nix.
    Ich wünsche euch viele, viele schöne Törns
    P.S.: Auch meine Ilse liest gern eure Eerlebnissberichte
    TravellingRainer

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